Cloud-Vorbehalte im Check: „Wir haben kein internes Know-how für Cloud und Kubernetes.“

Folge drei unserer Miniserie zu den häufigsten Einwänden gegen den Umstieg auf eine souveräne Cloud: Wieviel internes Know-how muss eigentlich vorhanden sein, um Cloud-Infrastrukturen und k8s-Plattformen produktiv nutzen zu können?

Die Anforderungen an IT-Infrastrukturen wachsen. Unternehmen jeder Größe stehen vor der Aufgabe, ihre Systeme skalierbarer, resilienter und unabhängiger zu gestalten. Souveräne Cloud-Plattformen sowie Kubernetes sind dabei längst keine Nischenthemen mehr. Der Bedarf ist klar. Die Richtung stimmt. Und trotzdem stocken viele Projekte, bevor sie überhaupt begonnen haben.

Folge 3: „Wir haben kein internes Know-how für Cloud und Kubernetes.“

Der häufigste Grund für verzögerte oder abgebrochene Cloud-Projekte ist kein Budget, kein fehlender Wille und keine falsche Technologiewahl. Es ist dieser eine Einwand, der in Meetings immer wieder auftaucht: „Dafür haben wir intern gar nicht das nötige Know-how.“

Warum der Weg in die Cloud oft früh endet

Dahinter steckt oft nicht nur eine Einschätzung der technischen Fähigkeiten im Unternehmen: Es ist die Sorge, Verantwortung für Systeme zu übernehmen, die das eigene Team überfordern könnten. Fachkräfte mit Kubernetes-Expertise sind schwer zu finden. Bestehende Teams sind ausgelastet. Und eine Plattform einführen, die intern niemand vollständig beherrscht? Im schlimmsten Fall riskiert man einen Betrieb, der fragiler ist als das, was er ersetzen sollte.

Die Konsequenz: Entscheider vertagen Projekte auf unbestimmte Zeit. Die Lücke zwischen dem, was technologisch möglich wäre, und dem, was tatsächlich umgesetzt wird, wächst weiter.

Kein Entweder-oder: Cloud nutzen, ohne sofort Experte zu sein

Was bedeutet das konkret für Unternehmen, die Cloud-Architekturen anstreben, aber intern (noch) nicht die Ressourcen haben? Die Antwort liegt nicht im Warten, sondern im Umdenken. Die entscheidende Frage ist nicht „Haben wir schon ausreichend internes Know-how?“, sondern:

„Welche Teile der Verantwortung wollen wir selbst tragen – und welche geben wir bewusst ab?“

Gestufte Betriebsmodelle, die von „größtenteils selbst verwaltet“ bis „voll gemanagt“ reichen, erlauben diese Differenzierung. Sie ermöglichen es, Cloud-Infrastrukturen und Kubernetes-Plattformen produktiv zu nutzen – und parallel dazu internes Wissen so weit aufzubauen, wie es zur eigenen Strategie passt.

Gemeinsamer Aufbau: Betrieb lernen, während die Plattform wächst

Wer mittelfristig mehr Eigenständigkeit anstrebt oder grundsätzlich einen hohen Inhouse-Anteil im Betrieb wünscht, braucht eine enge Zusammenarbeit mit dem Cloud-Anbieter. Hier bietet sich ein Modell an, bei dem Plattform und Wissen gemeinsam aufgebaut werden:

  • Gemeinsames Setup: Basierend auf einer Analyse der Anforderungen wird die Plattform aufgesetzt, dokumentiert und so gestaltet, dass das interne Team die Architektur nachvollziehen kann.

  • Schulungen und Enablement: Workshops, Trainings und praktische Sessions helfen dabei, Kubernetes- und Cloud-Konzepte auf die eigenen Use Cases zu übertragen.

  • Begleitete Übergabe: Betrieb und Verantwortung werden schrittweise vom Anbieter zum Kunden verschoben – in dem Umfang, der gewünscht und sinnvoll ist.

Statt Kaltstart oder „Do it yourself“ entsteht ein gesteuerter Wissenstransfer. Das Team bleibt nicht Konsument einer Blackbox, sondern wächst mit der Plattform und kann langfristig immer mehr Aufgaben selbst übernehmen.

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    • Checkliste Migrationsstrategie
 
 
 

Cloud-Architekten: Vom ersten Tag an mit Blick aufs Ganze

Ein weiterer Baustein ist die direkte Zusammenarbeit mit erfahrenen Cloud-Architekten. Insbesondere zu Beginn bietet ihre Expertise einen entscheidenden Mehrwert:

  • Architekturberatung: Welche Betriebs- und Sicherheitsanforderungen müssen erfüllt werden? Welches Konzept bietet ausreichende Flexibilität mit hoher Effizienz? Wie lassen sich bestehende Systeme sinnvoll integrieren?

  • Migrationsplanung: Schrittweise Roadmaps statt „Big Bang“-Migrationen, mit klaren Meilensteinen und Fallback-Optionen.

  • Best Practices: Erfahrungen aus anderen Projekten fließen ein: So lassen sich typische Fehler in Design und Betrieb von Anfang an vermeiden.

Das interne Team wird von Beginn an eingebunden, ohne alleine die komplette Verantwortung für Architektur- und Designentscheidungen tragen zu müssen. Die Diskussion verschiebt sich von „Wir können das noch nicht“ hin zu „Wie verteilen wir Rollen und Verantwortlichkeiten sinnvoll?“

Voll gemanagte Plattform: Einstieg ohne technische Hürde

Für Organisationen, die Ressourcen entlasten oder die Betriebsverantwortung für IT-Lösungen bewusst auslagern möchten, ist eine voll gemanagte Plattform der pragmatischste Weg. Das operative Risiko liegt beim Anbieter – nicht beim internen Team. Typische Bestandteile:

  • Betrieb der Plattform: Der Anbieter verantwortet Stabilität, Verfügbarkeit und Resilienz.

  • Monitoring: Überwachung der Plattform, Benachrichtigung/Eskalation und erste Analysen von Auffälligkeiten werden zentral gesteuert.

  • Backup und Recovery: Datensicherung und Wiederherstellungskonzepte nach RTO & RPO sind Teil des Angebots.

So kann sich das interne Team auf Anwendungen, Geschäftslogik und Prozesse konzentrieren, statt sich mit Control Planes oder Cluster-Updates auseinanderzusetzen. Kubernetes wird produktiv genutzt, jedoch ohne, dass alle Details in der Tiefe verstanden werden müssen oder internes Know-how im Vorfeld teuer aufgebaut werden muss.

Fazit: Die Frage stellt sich anders

Fehlendes internes Know-how ist kein Argument gegen die Cloud: Es ist der Ausgangspunkt für eine ehrliche Auseinandersetzung mit der Frage, wie Betrieb, Verantwortung und Wissensaufbau sinnvoll organisiert werden können. Unternehmen, die diese Frage gemeinsam mit dem richtigen Partner angehen, stellen fest: Der Einstieg war nie das Problem. Es fehlte nur das passende Modell.

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