Die vorliegende Studie des eco Verbands der Internetwirtschaft (eco) und der Strategieberatung Arthur D. Little prognostiziert der Branche zwischen 2025 und 2030 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von knapp zehn Prozent. Damit entwickelt sich das digitale Ökosystem deutlich dynamischer als die meisten klassischen Industriezweige. Für das Jahr 2025 wird bereits ein Gesamtumsatz von rund 245 Milliarden Euro erwartet.
Methodik der Branchenanalyse
Die Untersuchung basiert auf einem etablierten Vier-Layer-Marktmodell, das die Internetwirtschaft in 23 Segmente gliedert. Neben der Auswertung zahlreicher Sekundärquellen wie Daten von Destatis, der Bundesnetzagentur oder der OECD flossen über 30 strukturierte Interviews mit Betreibern von Rechenzentren, Telekommunikationsanbietern sowie Industrieentscheidern in die Analyse ein. Der Fokus der aktuellen Ausgabe liegt insbesondere auf der Leistungsfähigkeit digitaler Infrastrukturen.
Die vier Ebenen des Wachstums
Das Marktwachstum verteilt sich differenziert auf die einzelnen Schichten des Modells:
- Layer eins (Netze und Infrastruktur): Das physische Rückgrat wächst moderat von 32 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf etwa 40 Milliarden Euro im Jahr 2030. Besonders dynamisch zeigt sich hier das Segment Colocation und Housing mit einem jährlichen Zuwachs von rund 22 Prozent.
- Layer zwei (Dienste und Anwendungen): Dieser Bereich verdoppelt seinen Umsatz bis 2030 nahezu auf 56 Milliarden Euro. Haupttreiber sind Cloud-Infrastrukturen (IaaS) und Cybersicherheit, wobei letztere über 40 Prozent des Layer-Volumens ausmacht.
- Layer drei (Aggregation und Transaktionen): Mit einem Volumen von 157 Milliarden Euro im Jahr 2030 bleibt dies die umsatzstärkste Ebene. Vor allem der B2B-E-Commerce prägt mit einem prognostizierten Volumen von 90 Milliarden Euro das Bild.
- Layer vier (Digitale Geschäftsmodelle): Smart Industries und Paid Content steuern 136 Milliarden Euro zum Gesamtmarkt bei. KI-gestützte Lösungen in Industrie, Mobilität und Gesundheit treiben hier das Wachstum.
Herausforderungen für Rechenzentren
Trotz der positiven Prognosen steht der Standort Deutschland vor strukturellen Hürden. Die installierte IT-Leistung in Rechenzentren soll bis 2030 um etwa 50 Prozent auf circa 3.687 Megawatt steigen. Experten warnen jedoch vor einer Versorgungslücke: Bleibt das Ausbautempo unverändert, könnte bereits ab 2028 ein Defizit von mindestens einem Gigawatt Rechenzentrumsleistung entstehen.
Besonders kritisch werden die hohen Energiekosten bewertet. In Deutschland macht Strom bis zu 50 Prozent der Betriebsausgaben von Rechenzentren aus. Im Vergleich zu skandinavischen Ländern wie Schweden oder Norwegen, die Strom teils zu weniger als der Hälfte des deutschen Preises anbieten, entsteht ein erheblicher Wettbewerbsnachteil. Zudem belasten langwierige Genehmigungsverfahren, die für einen Netzanschluss bis zu sieben Jahre dauern können, die Investitionssicherheit.
Fazit für Entscheider
Um das Potenzial der Internetwirtschaft voll auszuschöpfen, empfiehlt die Studie politische Reformen. Dazu gehören die Senkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß, die Beschleunigung von Genehmigungsprozessen sowie eine verstärkte Qualifizierungsoffensive für Fachkräfte in technischen Berufen.
Nur durch eine leistungsfähige und nachhaltige Infrastruktur kann Deutschland seine digitale Souveränität wahren und im internationalen Wettbewerb bestehen.
Laden Sie die komplette Studie zur Internetwirtschaft 2030 jetzt herunter:
Die vollständige Untersuchung „Die Internetwirtschaft in Deutschland 2025-2030: Zukunftsperspektiven für digitale Infrastrukturen“ kann man sich über die Webseite des eco Verbandes frei herunterladen.
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