Eine dark-fiber-Leitung besteht aus Glasfaserpaaren, die bereits im Boden verlegt sind, aber ungenutzt bleiben, bis ein Unternehmen sie mietet oder least. Im Gegensatz zu Standard-Internetanschlüssen stellt der Provider hierbei nur die physische Faser ohne aktive Hardware (wie Router oder Switches) zur Verfügung.
Der Nutzer ist selbst dafür verantwortlich, die Endpunkte mit eigener Hardware zu „beleuchten“. Dies geschieht häufig mittels DWDM-Technologie (Dense Wavelength Division Multiplexing), um mehrere Datenströme gleichzeitig über verschiedene Lichtwellenlängen auf einer einzigen Faser zu übertragen. Gleichzeitig muss sich der Kunde selbst Gedanken über Streckenlänge und -beschaffenheit machen und dementsprechend Dämpfung, optische Leistungsreserven und Dispersation einberechnen. Dies maximiert die Kapazität und minimiert die Latenz, da keine zwischengeschalteten Knotenpunkte des Providers die Signalverarbeitung verzögern.
Um die Frage „was ist Dark Fiber“ vollständig zu beantworten, ist die Unterscheidung zu herkömmlichen, „beleuchteten“ Leitungen (Lit Fiber) entscheidend. Bei Darkfibern, die nicht durch firstcolo als Provider bereitgestellt werden, können keine Garantien hinsichtlich der Kreuzungsfreiheit zu externen Darkfibern übernommen werden.
Nutzer stellt eigene Optik & Router
Provider stellt Hardware bereit
Nahezu unbegrenzt (hardwareabhängig)
Festgelegt durch den Tarif
Provider übernimmt End-to-End-Wartung
Fixe Mietkosten pro Trasse
Kosten meist bandbreitenabhängig
In der Praxis nutzen Unternehmen Dark Fiber für das Data Center Interconnect (DCI). Ein Finanzinstitut verbindet beispielsweise zwei Standorte in Frankfurt über eine dark-fiber-Leitung, um Echtzeit-Datenspiegelungen durchzuführen. Da das Institut die Verschlüsselung und das Routing selbst kontrolliert, wird ein Maximum an Sicherheit und Geschwindigkeit erreicht, das über öffentliche Netze nicht realisierbar wäre.
Ein entscheidender Vorteil von Dark Fiber ist die Unabhängigkeit vom Innovationszyklus des Providers. Während Kunden von Standard-Leitungen warten müssen, bis ihr Provider auf neue Standards (z. B. 400G oder 800G) aufrüstet, kann ein Dark-Fiber-Nutzer durch den einfachen Austausch der SFP-Module an den Endpunkten seine Kapazität jederzeit selbst erhöhen. Dies spart langfristig Kosten und bietet strategische Flexibilität bei der Netzgestaltung.