Studien

KPMG Cloud-Monitor 2026: Souveränität und Sicherheit im Fokus

Der KPMG Cloud-Monitor 2026 zeigt, wie deutsche Unternehmen ihre Cloud-Strategien weiterentwickeln. Multi-Cloud etabliert sich zunehmend als Standard, während IT-Sicherheit, Kostenkontrolle und digitale Souveränität stärker in den Mittelpunkt strategischer Entscheidungen rücken.

Das Wichtigste in Kürze

Cloud-Transformation tritt in eine neue Phase

Für den KPMG Cloud-Monitor 2026 wurden im April und Mai 2026 insgesamt 503 deutsche Unternehmen ab 50 Beschäftigten befragt. An der repräsentativen Erhebung nahmen Führungskräfte aus IT-Operations, DevOps, FinOps und Informationssicherheit sowie Mitglieder von Geschäftsführungen und Vorständen teil.

Die Ergebnisse zeigen: Die Cloud-Transformation deutscher Unternehmen tritt in eine neue Phase. Nicht mehr allein die Einführung von Cloud-Technologien steht im Vordergrund. Zunehmend geht es darum, bestehende Cloud-Infrastrukturen zu optimieren, Risiken zu reduzieren, Kosten zu kontrollieren und Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern zu begrenzen.

Hybrid- und Multi-Cloud-Strategien werden zum Standard

Unternehmen setzen zunehmend auf flexible Cloud-Architekturen. 63 Prozent verfolgen einen Cloud-first-Ansatz, während ein konsequentes Cloud-only-Modell mit 14 Prozent deutlich seltener zum Einsatz kommt.

Besonders etabliert sind Multi-Cloud-Architekturen: 81 Prozent der befragten Unternehmen nutzen mehrere Cloud-Umgebungen beziehungsweise Cloud-Anbieter.

Auch bei den Betriebsmodellen zeigt sich ein differenziertes Bild:

Bei der Auswahl eines Cloud-Providers stehen vor allem Leistungsfähigkeit sowie Sicherheit und Compliance im Vordergrund. Jeweils 75 Prozent der Entscheider betrachten diese Faktoren als unverzichtbare Mindestanforderungen.

Nachhaltigkeitskriterien spielen bei der Providerwahl dagegen eine geringere Rolle: ESG-Kriterien werden von 34 Prozent als zwingende Anforderung genannt.

Public Cloud wächst – Integration bleibt eine Herausforderung

Der Anteil produktiver Anwendungen in der Public Cloud nimmt weiter zu. Aktuell betreiben 38 Prozent der Public-Cloud-Nutzer bereits mehr als die Hälfte ihrer Anwendungen dort. In den kommenden drei Jahren wollen 61 Prozent der Unternehmen mehr als die Hälfte ihrer produktiven Anwendungen über Public Clouds bereitstellen.

Der Ausbau ist allerdings mit technischen und organisatorischen Herausforderungen verbunden. Als wichtigste Integrationshürden nennt die Studie:

  • Anpassung der bestehenden IT-Infrastruktur: 42 %
  • Anpassung von Geschäfts- und IT-Prozessen: 41 %
  • systemspezifische Anpassungen der Cloud-Lösungen: 39 %


Damit wird deutlich: Eine erfolgreiche Cloud-Transformation hängt nicht allein von der gewählten Technologie ab. Entscheidend ist auch, wie gut sich Cloud-Services in bestehende Systeme, Prozesse und Governance-Strukturen integrieren lassen.

Cloud Security wird zum strategischen Schwerpunkt

58 Prozent der Unternehmen nennen die Verbesserung des Sicherheitsniveaus als wichtigstes Ziel ihrer Cloud-Strategie für die kommenden fünf Jahre.

Zu den größten operativen Herausforderungen zählen:

  • Datenschutz: 47 %
  • Netzwerksicherheit: 46 %
  • Compliance: 33 %
  • Anwendungssicherheit: 33 %

Auch regulatorische Anforderungen beeinflussen die Cloud-Strategien. Im Zusammenhang mit NIS2 sehen sich bislang 20 Prozent der befragten Unternehmen vollständig vorbereitet. 52 Prozent haben dagegen noch konkrete Sicherheitslücken identifiziert und arbeiten daran, diese zu schließen.

Gleichzeitig verbreiten sich Zero-Trust-Ansätze und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. 69 Prozent setzen beispielsweise auf segmentierte und gezielt abgesicherte Netzwerkstrukturen, 65 Prozent auf erweiterte Data-Protection-Maßnahmen.

Beim Identitäts- und Zugriffsmanagement nutzen 58 Prozent Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA), 50 Prozent Single Sign-on (SSO) und 45 Prozent bereits passwortlose Verfahren.

Auch die Vorbereitung auf Sicherheitsvorfälle gewinnt an Bedeutung: 54 Prozent führen regelmäßig Incident-Response-Übungen durch, 53 Prozent setzen auf kontinuierliches Security-Monitoring.

FinOps rückt stärker in den Fokus

Mit wachsender Cloud-Nutzung wird auch die Kontrolle der laufenden Kosten wichtiger. Die wirtschaftlichen Effekte fallen laut KPMG unterschiedlich aus:

  • 53 % erzielen durch die Cloud Kosteneinsparungen.
  • 23 % verzeichnen höhere Kosten.
  • 25 % stellen keine wesentliche Veränderung fest.


Bei 84 Prozent der Unternehmen entfallen bislang höchstens 50 Prozent des gesamten IT-Budgets auf Cloud-Ausgaben.

Die Ergebnisse zeigen damit auch die zunehmende Bedeutung von FinOps: Je komplexer Cloud- und Multi-Cloud-Infrastrukturen werden, desto wichtiger werden Transparenz, Governance und die kontinuierliche Optimierung von Ressourcen und Kosten.

Digitale Souveränität gewinnt deutlich an Bedeutung

Besonders deutlich fällt der Cloud-Monitor beim Thema digitale Souveränität aus.

78 Prozent der Unternehmen bewerten die Abhängigkeit von einzelnen US-Hyperscalern als geschäftskritisch. Gleichzeitig beschäftigen sich viele Unternehmen bereits mit Alternativen:

  • 45 % evaluieren souveräne Cloud-Angebote.
  • 38 % bewerten solche Angebote bereits als relevant.
  • 96 % wären bereit, für garantierte digitale Souveränität einen Aufpreis zu zahlen.


Dabei akzeptieren 49 Prozent Mehrkosten von bis zu 20 Prozent. Weitere 20 Prozent würden sogar einen Aufpreis von bis zu 30 Prozent mittragen.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Souveränität für Unternehmen zunehmend einen konkreten wirtschaftlichen Wert besitzt. Die Wahl des Cloud-Anbieters wird damit stärker zu einer strategischen Entscheidung über Datenhoheit, regulatorische Sicherheit und langfristige technologische Unabhängigkeit.

Cloud-Infrastrukturen bilden die Basis für KI und Analytics

Auch für datenintensive Anwendungen spielen Cloud-Infrastrukturen eine zentrale Rolle. 66 Prozent der Unternehmen beziehen Analytics-Ressourcen von Hyperscalern, 53 Prozent nutzen dafür europäische beziehungsweise souveräne Anbieter. 23 Prozent betreiben entsprechende Ressourcen im eigenen Rechenzentrum.

Bei Large Language Models (LLMs) zeigt sich ebenfalls eine breite Nutzung verschiedener Plattformen und Modelle. GPT kommt laut Studie bei 65 Prozent der befragten Unternehmen zum Einsatz, Gemini bei 44 Prozent, DeepSeek bei 23 Prozent und Open-Source-Modelle bei 21 Prozent.

Von einer flächendeckenden Integration von KI in Unternehmensprozesse kann allerdings noch nicht gesprochen werden. Je nach Anwendungsbereich haben lediglich 14 bis 21 Prozent der Unternehmen spezifische KI-Lösungen bereits umfassend in ihre Prozesse integriert.

Zu den größten Hürden zählen:

  • unzureichende Datenqualität: 41 %
  • Compliance- und Governance-Anforderungen: 36 %
  • Datensilos: 36 %
  • personelle Engpässe: 34 %


Damit zeigt sich: Leistungsfähige Infrastruktur allein reicht für die Skalierung von KI nicht aus. Ebenso entscheidend sind Datenqualität, Governance und die sichere Integration in bestehende IT-Landschaften.

Fazit: Fazit: Cloud-Strategien werden zur Frage von Sicherheit und Unabhängigkeit

Der KPMG Cloud-Monitor 2026 zeigt eine deutliche Verschiebung der Prioritäten. Cloud Computing ist für viele Unternehmen längst kein reines Transformationsprojekt mehr. Stattdessen rücken Optimierung, IT-Sicherheit, Governance, Kostenkontrolle und digitale Souveränität in den Vordergrund.

Multi- und Hybrid-Cloud-Modelle können dabei helfen, unterschiedliche Anforderungen an Skalierbarkeit, Sicherheit und Compliance miteinander zu verbinden. Gleichzeitig steigt jedoch die Komplexität der Infrastruktur – und damit der Bedarf an klaren Governance-Strukturen und einer langfristigen Cloud-Strategie.

Besonders relevant ist die wachsende Bedeutung digitaler Souveränität. Die hohe Zahlungsbereitschaft für souveräne Cloud-Angebote zeigt, dass Unternehmen Abhängigkeiten von einzelnen Hyperscalern zunehmend als strategisches Risiko betrachten.

Für IT-Verantwortliche lohnt es sich deshalb, bestehende Cloud-Architekturen regelmäßig daraufhin zu überprüfen, wie sicher, wirtschaftlich und unabhängig sie langfristig aufgestellt sind. Neben Public-Cloud-Angeboten können dabei auch deutsche Cloud-Infrastrukturen sowie Hybrid- und Multi-Cloud-Ansätze eine wichtige Rolle spielen.

User Autor

Veröffentlicht: 03.09.2026

Zuletzt geprüft: 04.09.2026

Lesezeit: 5 Minuten Lesezeit

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KPMG Cloud-Monitor 2026 – Cloud-Strategien im Wandel

Der vollständige KPMG Cloud-Monitor 2026 steht kostenlos zum Download bereit und bietet weitere Studienergebnisse und Detailauswertungen zu Cloud-Strategien, IT-Sicherheit, FinOps, digitaler Souveränität sowie Daten- und KI-Infrastrukturen in deutschen Unternehmen.

Quellen & weiterführende Informationen

Die Studie basiert auf einer repräsentativen Befragung von 503 deutschen Unternehmen ab 50 Beschäftigten. Befragt wurden im April und Mai 2026 Führungskräfte aus IT-Operations, DevOps, FinOps und Informationssicherheit sowie Mitglieder von Geschäftsführungen und Vorständen. Der vollständige KPMG Cloud-Monitor 2026 bietet weitere Ergebnisse und Detailauswertungen zu Cloud-Strategien, Security, FinOps, digitaler Souveränität sowie Daten- und KI-Infrastrukturen.

Über unseren Autor

Boris Mayer, Head of Marketing, firstcolo

Boris Mayer ist Head of Marketing bei firstcolo und verantwortet die strategische Weiterentwicklung der Marketing- und Kommunikationsaktivitäten des Unternehmens. Sein Fokus liegt auf Themen rund um Cloud-Infrastrukturen, digitale Souveränität, Rechenzentrumslösungen und IT-Services für Unternehmen.

Fachgebiete

Sein Fokus liegt auf Themen rund um Cloud-Infrastrukturen, digitale Souveränität, Rechenzentrumslösungen und IT-Services für Unternehmen.

Zuletzt fachlich geprüft

04.09.2026

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